Was ist ein Schmelzleiter?

Der Schmelzleiter ist das Funktionsteil einer Sicherung. Er realisiert das definierte Ansprechen des Sicherungsbauteils. Dieses Verhalten wird durch eine geprüfte Auswahl an Drahtmaterialien erreicht, die in ihrer Zusammensetzung und sehr feinen Abstufung der Drahtquerschnitte gezielt eingesetzt werden. Je nach Nennstrom und Sicherungstype werden feinste dünne Drähte in den Abmessungen von ca. 0,01mm bis 0,8mm verarbeitet. (Ein menschliches Haar hat zum Vergleich Durchmesser von ca. 0,06mm - 0,1mm).

Zur Anwendung kommen Leiterwerkstoffe, die sich zu einem metallischen Draht verarbeiten lassen. Neben Kupfer, Nickel und Eisen sind auch Edelmetalle wie Gold und Silber im Einsatz. Legierungen dieser Metalle oder Verbunde erweitern das Spektrum der Schmelzleiter. Oberflächenbeschichtungen z.B. durch Zinn, Nickel, Silber u.a. ermöglichen eine Beeinflussung des Schaltverhaltens und der Alterung in vielfältiger Weise. Daher sind in allen Prozessen hohe Qualitätsstandards notwendig um die Einhaltung technischer und optischer Eigenschaften mit hoher Genauigkeit und reproduzierbar zu gewährleisten!

Welche Funktionen muss der Schmelzleiter sicherstellen?

Im Betriebsfall hat der Schmelzleiter den Nennstrom zu tragen, im Überstromfall muss er den Stromfluss zuverlässig unterbrechen. Um den Laststrom tragen zu können, muss der elektrische Widerstand möglichst niedrig sein, um einen Überstrom abzuschalten, sollte der elektrische Widerstand möglichst hoch sein. Schmelzleiter kommen in Sicherungen für niedrige Nennströme (mA-Bereich) und hohe Nennströme (zweistelliger A-Bereich) zum Einsatz. Um das Schalten für niedrige Nennströme zu realisieren, ist in der Regel ein hoher Widerstand erforderlich. Neben der Reduzierung des Drahtdurchmessers eines geeigneten Materials kann der Widerstand auch erhöht werden, wenn der Schmelzleiter auf einen (in der Regel) isolierten Träger gewickelt wird. Je nach Einsatzort und Anforderungen sind auch andere Schmelzleiterformen gefragt.