Erste Hinweise auf Drahtzug finden sich im 3. Jahrhundert v. Chr. in Ägypten, wo Golddrähte hergestellt und zu Schmuckstücken weiterverarbeitet wurden. Bereits im ersten nachchristlichen Jahrhundert kann die Nutzung von Zieheisen nachgewiesen werden – unter anderem in Gallien und in Rom für die Herstellung der für die Ringelpanzer benötigten Drähte.

In dem Zeitraum 5.-14. Jahrhundert n. Chr. war dann das Kettenhemd von großer Bedeutung für die Weiterentwicklung des Drahtzuges. Zur Herstellung einer solchen Rüstung waren Tausende von Drahtringen erforderlich, diese wurden zu einem der wichtigsten Produkte der Drahtindustrie jener Zeit.

In der Wikingerstadt Haithabu – dem wichtigsten Fernhandelszentrum im Nordeuropa seiner Zeit - wurden bereits vor 1000 Jahren Metalldrähte vornehmlich aus Gold oder Silber in zwei prinzipiellen Arbeitsschritten (Schmieden in einer Rille auf dem Amboss und dann Ziehen durch ein Zieheisen aus gehärtetem Eisen) hergestellt. Aus diesen Rohdrähten konnte dann mit einer Perldrahtfeile Perldraht als Verzierung oder Schmuck hergestellt werden.

Der Ursprung der deutschen Drahtherstellung liegt im Sauerland, vornehmlich in der Stadt Altena, in der sich im Mittelalter viele Drahtzieher ansiedelten, um die Wasserkraft der zahlreichen Bäche im bergischen Umland zu nutzen. In dieser Region war der Drahtzug von solch großer Bedeutung, dass den Drahtziehern im Jahr 1518 der Wegzug verboten wurde, um die heimatliche Industrie nicht zu schwächen.