Sollbruchstellen sind von anderen Anwendungen allgemein bekannt. Die Einkerbung einer Tablette oder einer Tafel Schokolade sind Sollbruchstellen, die es ermöglichen z.B. die Schokolade in definierte Stücke zu teilen. Dabei ist die Breite und Tiefe der Kerbe nicht beliebig. Sie richtet sich u. A. nach der Dicke der Schokolade und der Größe der gewünschten Stücke. Eine zu tiefe Kerbung lässt die Schokolade bereits beim Herausnehmen aus dem Regal „zerbröseln“ und eine zu oberflächliche Kerbe erlaubt es nicht kleine Stücke abzubrechen (beides ist sehr ungesund).

Auch der Schmelzleiter ist nicht einfach ein Stück "dünner" Draht in einer elektrischen Leitung. Kennlinie V1Wickmann-Katalog 01/99 – Wickmann Fotoarchiv M. Rupalla

Damit aus einem bestimmten Abschnitt einer Leitung ein "Schmelzleiter" wird, muss er so gestaltet werden, dass er bei einer vorgegebenen Belastung in einer vorgegebenen Zeit den Strom unterbricht. Diese Vorgaben werden durch das zu schützende Gerät oder durch Normen festgelegt.

In Normen und Datenblättern wird diese Anforderung u. A. grafisch als Ausschalt- oder Zeit-Strom-Kennlinie dargestellt. Aus ihnen kann abgelesen werden, in welcher Zeit eine Sicherung (bzw. der Schmelzleiter der Sicherung) ein Vielfaches des erlaubten Stromes (Nennstrom In) abschalten muss. Dabei werden – hier durch kleine Dreiecke gekennzeichnet - Streubereiche zugelassen. So lässt sich erahnen, dass die Anforderungen an einen Schmelzleiter sehr viel komplexer sind und mit dem Draht einer einfachen „Sollbruchstelle“ nur noch wenig gemein haben.

Hinzu kommt, dass der Schmelzleiter diese Anforderungen mit verschiedenen Formen der Kennlinie (flink, träge,…) in verschiedenen Gehäuseformen realisieren muss. Doch zurück zur „Sollbruchstelle“ aus den ersten Stunden der Elektrotechnik.