Durch die richtige Sicherungsauswahl werden die an anderer Stelle beschriebenen Probleme weitgehend gelöst. Aber offensichtlich nicht alle, wie die anderweitig erwähnte Statistik des IFS zeigt. Im Folgenden ist ein Fragebogen der Firma Wickmann aus einem Katalog des Jahres 2000 und eine Beispielberechnung aus einer technischen Informationsschrift der Firma Wickmann aus dem Jahr 1992 einsehbar. Wie in allen hier vorausgegangenen Informationen möchten wir auch jetzt nicht weiter ins Detail gehen. Der individuelle Anwendungsfall ist fast immer anders gelagert und meist erheblich komplexer als dass er mit Kurzinformationen und z.T. alten Daten lösbar wäre, zumal die beschriebenen Probleme auch längst nicht vollständig sind.


Die mit dem 19. Jahrhundert einsetzenden Entwicklungen der Elektrotechnik benötigten Drähte mit bis dahin wenig beachteten Eigenschaften. Neben den bisher bekannten Eigenschaften wie Verarbeitbarkeit oder Härte kam besonders seiner Fähigkeit den elektrischen Strom zu leiten eine hohe Bedeutung zu. In der Regel sollte die elektrische Leitfähigkeit eines Drahtes sehr gut sein da der Strom bzw. die umgesetzte Leistung im Draht Wärme erzeugt die den Draht bis zum Schmelzen aufheizen (oder bis zum Glühen bei der Glühlampe) kann.

Die geschichtliche Entwicklung der bei Gerätesicherungen verwendeten Techniken und Technologien weist seit den 1940er Jahren einen gewissen Stillstand auf. Bis dahin war der Überstromschutz für ein Gerät mit den Fehlermöglichkeiten des Gerätes abgestimmt. Während der Kurzschlussfall nur wenig Beachtung fand.

Die Geschichte der Miniaturisierung von Feinsicherungen ist eng verbunden mit der Entwicklungsgeschichte der Elektronik. Die Radioindustrie nahm in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts ihren Anfang. Um die relativ kleinen Betriebsströme der Radio- und Funkgeräte abzusichern, wurden kleine Nennströme und kleine Baugrößen benötigt. So wurde die Entwicklung der Feinsicherung notwendig. Obwohl das Raumangebot für Bauteile in den Radiogeräten der 20er und 30er Jahre noch recht großzügig war, waren offene Schmelzleiter mit Nennströmen von mehreren Ampere in geschlossenen Geräten, die z.B. in privaten Haushalten betrieben werden, nicht das Bauteil der Wahl.

„Die meisten Brände verursachen nach Angaben der Feuerwehr Fehler in elektrischen Anlagen und Geräten oder leichtsinniger Umgang mit elektrischen Haushaltsgeräten. Aber in jüngster Zeit lösen auch immer wieder neue Geräte, die mit einer Elektronik ausgestattet sind wie Ladegeräte für Handys, Stromsparlampen, PC und so fort Brände aus (vergleiche auch WISO 13. März 2006).

Aus“Risiko Wohnungsbrand“ – Infoschrift „Feuerwehr und Rettungsdienst Landeshauptstadt Düsseldorf“