Die geschichtliche Entwicklung der bei Gerätesicherungen verwendeten Techniken und Technologien weist seit den 1940er Jahren einen gewissen Stillstand auf. Bis dahin war der Überstromschutz für ein Gerät mit den Fehlermöglichkeiten des Gerätes abgestimmt. Während der Kurzschlussfall nur wenig Beachtung fand.

Die Geschichte der Miniaturisierung von Feinsicherungen ist eng verbunden mit der Entwicklungsgeschichte der Elektronik. Die Radioindustrie nahm in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts ihren Anfang. Um die relativ kleinen Betriebsströme der Radio- und Funkgeräte abzusichern, wurden kleine Nennströme und kleine Baugrößen benötigt. So wurde die Entwicklung der Feinsicherung notwendig. Obwohl das Raumangebot für Bauteile in den Radiogeräten der 20er und 30er Jahre noch recht großzügig war, waren offene Schmelzleiter mit Nennströmen von mehreren Ampere in geschlossenen Geräten, die z.B. in privaten Haushalten betrieben werden, nicht das Bauteil der Wahl.

„Die meisten Brände verursachen nach Angaben der Feuerwehr Fehler in elektrischen Anlagen und Geräten oder leichtsinniger Umgang mit elektrischen Haushaltsgeräten. Aber in jüngster Zeit lösen auch immer wieder neue Geräte, die mit einer Elektronik ausgestattet sind wie Ladegeräte für Handys, Stromsparlampen, PC und so fort Brände aus (vergleiche auch WISO 13. März 2006).

Aus“Risiko Wohnungsbrand“ – Infoschrift „Feuerwehr und Rettungsdienst Landeshauptstadt Düsseldorf“

Mit der Verfügbarkeit von Radioempfängern für die Masse der Bevölkerung wurden Schmelzsicherungen kleiner Baugrößen und kleiner Stromstufen notwendig. Die Firma Wickmann erfand vermutlich die „Feinsicherung“, so wie wir sie heute noch kennen – ein 20mm langes Glas- oder Keramikrohr mit 5mm Durchmesser und mit zwei Metallkappen als Kontakte an den Enden.